Allein 2018 machte China laut einer Erhebung von Statista einen Export-Umsatz von über 2,5 Milliarden US-Dollar. Damit hat das Land sogar den Wirtschaftsgiganten USA um fast eine Milliarde überholt. Doch tatsächlich hat China wirtschaftliche Probleme – und plant neue Wege, um diese zu überwinden.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Neuerungen China für den internationalen Handel plant, wann die Umsetzung stattfinden soll und welche Konsequenzen sich daraus für westliche Handelspartner ergeben können.

China plant wirtschaftlichen Aufschwung

Die positiven Zahlen sprechen eigentlich dafür, dass China als Handelsmacht gedeiht und gedeiht. Doch ganz so rosig sieht es nicht aus: Tatsächlich wächst die chinesische Wirtschaft immer langsamer. Ihr Wachstum lag Ende 2019 auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Ursache dafür ist zum Beispiel der Handelskrieg mit den USA, der durch Präsident Trumps Strafzölle auf chinesische Produkte ausgelöst wurde. Dadurch werden weniger Waren exportiert, die Unsicherheit bei Investoren und Unternehmen nimmt zu.

Auch wenn für diesen Konflikt durch die Einigung der beiden Länder auf ein Handelsabkommen eventuell eine Lösung in Sicht ist, lässt sich zum anderen beobachten, dass viele westliche Konsumenten zunehmend Wert auf nachhaltige, lokale oder natürlich hergestellte Produkte legen– ein Markt, den China (noch) nicht ausreichend bedienen kann.

Als Konsequenz beschloss die chinesische Regierung zum Jahresende 2019, neue Richtlinien für den nationalen und internationalen Handel zu erlassen, die die wirtschaftliche Effizienz des Landes wieder in Schwung bringen sollen. Neben einer Verstärkung des inländischen Wettbewerbes zielen die Richtlinien darauf ab, den internationalen Warenaustausch zu optimieren. Doch was bedeutet das für westliche Händler, die mit China Geschäfte machen?

Grundlagen der neuen Handelsrichtlinien

Wie sich die neuen Richtlinien auf internationale Handelspartner auswirken werden, lässt sich noch nicht sicher sagen. Denn China möchte mithilfe eines Bewertungssystems, das auf Indikatoren, Strategien und Statistiken fußt, erst bis zum Jahr 2022 konkrete Strategien aufstellen. Diese sollen vorrangig die Struktur und Produktivität des Handels verbessern.

China hat dabei nicht nur irgendein Ziel vor Augen, sondern die langfristige, effiziente und vor allem hochwertige Optimierung des Handels. Einige Eckpunkte der Strategie hat die chinesische Regierung bereits veröffentlicht. Wir blicken in die Zukunft und zeigen, wie sich der Handel mit China für Händler verändert.

Öffnen sich durch die neuen Handelsrichtlinien die Türen nach China?

Förderung von Innovationen

Die Basis der Richtlinie beschreibt, dass China insbesondere Innovationen im Wettbewerb unterstützen möchte. Um das zu erreichen, sollen die allgemeinen Strukturen des Handels verbessert, neue Firmen gefördert und in ein leichter zugängliches Handelsumfeld eingebettet werden. Allgemein bemühe sich China, um die Öffnung gegenüber neuen Handelsmöglichkeiten und darum auch von politischer Seite aus zugänglicher zu sein.

Für westliche Händler bedeutet das, dass sich die chinesische Wirtschaft in den nächsten Jahren schnell weiterentwickeln wird, da sich neue Unternehmen leichter am Markt platzieren können. Das könnte vor allem den Bereich technischer Innovationen betreffen.

Außerdem können internationale, geschäftliche Partnerschaften in den nächsten Jahren leichter gebildet und erhalten werden. Beziehungen nach Asien sowie vertrauensvolle, chinesische Geschäftspartner werden dann umso wichtiger. Der beste Zeitpunkt für Onlinehändler, diese aufzubauen und zu pflegen ist schon jetzt. Denn so können Sie eine starke Basis für zukünftige Geschäftsbeziehungen schaffen und nach der Umsetzung der Handelsrichtlinien in wenigen Jahren schneller von ihren Kontakten profitieren als die Konkurrenz.

Bessere Zusammenarbeit mit der Welthandelsorganisation

Die Welthandelsorganisation (WTO) legt seit 1994 Handelsregeln für den internationalen Markt fest. Zu ihren Grundprinzipien zählen die Gleichbehandlung aller Handelspartner, der Abbau von Handelsbarrieren oder die kontinuierliche Senkung von Zöllen.

China ist der WTO 2001 beigetreten und hat sich bisher nicht an die Regeln der Handelsorganisation gehalten.. Dies zeigt sich zum Beispiel im starken Einfluss, den der Staat, entgegen der Grundlagen der Welthandelsorganisation, auf die Wirtschaft hat. Im Rahmen der neuen Handelsrichtlinie möchte China den Handelsregeln nun mehr Aufmerksamkeit schenken und strebt damit das Ziel an, auch international weiterhin als erfolgreiche und ernst zu nehmende Wirtschaft wahrgenommen zu werden.

Konkret bedeutet das, dass sich Import- und Exportgeschäfte mit China in den nächsten Jahre vereinfachen werden. Es ist damit zu rechnen, dass die chinesischen Zölle mit der Zeit sinken werden. Ob das auch positive Auswirkungen auf die Ausgaben westlicher Handelspartner haben wird, die Waren aus China ordern, gilt es abzuwarten.

Die Entwicklung und Beziehung Chinas mit der WTO sollte jeder westliche Geschäftspartner daher genau beobachten – mit etwas Glück gibt es am Ende eine positive Überraschung für Exporteure.

Erstattung von Exportsteuern

Bleiben wir beim wichtigen Thema Exporte: Die chinesische Regierung gab an, im Rahmen der neuen Handelsrichtlinie die Erstattung von Exportsteuern optimieren zu wollen. Dies solle durch die Kombination aus einer Mehrwertsteuerreform und einer reformierten Gesetzgebung schrittweise umgesetzt werden.

Ganz klar: Die Erstattung von Exportsteuern kann sich positiv auf die Preise, die chinesische Händler veranschlagen, auswirken. Onlinehändler, die eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Geschäftspartner sowie ein exzellentes Verhandlungsgeschick vorweisen, können an dieser Stelle aktiv ihre Profite steigern. In jedem Fall lohnt es sich, die Beziehung zu Ihren chinesischen Partnern zu pflegen und neue Preisverhandlungen einzuleiten, sobald die Reform in Kraft tritt.

Stärkung des Außenhandels

China gibt außerdem an, dass eine verstärkte Risikoprävention im nationalen Handel, die letztlich auch internationalen Partnern zugutekommt, umgesetzt werden soll. Außerdem sollen Ausfuhrkontrollsysteme schnell ausgebaut werden. Auch ein verbessertes Außenhandelsuntersuchungssystem ist geplant. Im Rahmen einer verstärkten handelspolitischen Zusammenarbeit mit den Ländern, die an der neuen Seidenstraße beteiligt sind, möchte China nicht nur Exporte, sondern auch Importe unterstützen, von denen die Wirtschaft zusätzlich profitiert.

Doch auch für ausländische Geschäftspartner könnten sich dadurch neben einer klassischen Zusammenarbeit in der Produktion oder im Export neue Geschäftsgelegenheiten auftun. So könnten beispielsweise die Chancen für Investitionen oder Werkseröffnungen vor Ort für Nicht-Chinesen einfacher werden. Und zu guter Letzt werden – bei in Asien begehrten Produkten – die Richtlinien für Importe zugunsten deutscher Händler geändert.

Mauern zum Welthandel bauen? Das wollen die Chinesen nicht mehr

Die Handelsrichtlinien verdeutlichen es: China will weiter wachsen und seine Wirtschaftskraft steigern. Westliche Partner wird das freuen, denn egal, ob Export, Produktionsstätte oder Investitionen in neue Produkte: Im Handel mit der Volksrepublik rollt der Rubel, respektive Yuan. Dabei kommt es nicht darauf an, wie groß oder klein der Umsatz ist. Dauert die Produktion oder die Lieferung lang, kann das für den Händler schnell zu Problemen mit dem Cashflow führen.

In solchen Momenten ist es gut, einen starken Partner an der Seite zu haben, der internationale Innovationen unterstützt. Eine unkomplizierte Warenfinanzierung schenkt Onlinehändlern Zeit und Sorglosigkeit – auch im internationalen Handel.

Und bei Ihren asiatischen Geschäftspartnern können Sie dadurch doppelt punkten: denn ein Umschreiben der Rechnung auf einen starken Handelspartner im Rahmen einer Warenfinanzierung ist für chinesische Produzenten ein echter Vertrauensbeweis. Schließlich investiert bereits ein Geldgeber in Ihr Unternehmen und signalisiert damit, dass er von Ihrer Geschäftsidee, Ihrem Konzept und den angebotenen Produkten überzeugt ist.

Chinas neue Handelsrichtlinien: Umsetzung ungewiss?

Eins ist klar: Westliche Geschäftspartner sollten die Möglichkeit, die aus den Änderungen der Handelsrichtlinien erwachsen für sich nutzen. Im Leitfaden für die neuen Handelsrichtlinien wird viel versprochen und festgehalten, jedoch ist noch nicht bekannt, wann und wie diese Themen tatsächlich umgesetzt werden. Auch die genauen Veränderungen, die dabei auf internationale Handelspartner zukommen, sind noch unklar. Sicher ist, dass China einiges verändern und anpassen muss, um auf den weltweiten Märkten langfristig bestehen zu können.

Als westlicher Händler gilt es daher, die Entwicklungen genau zu verfolgen und mit chinesischen Freunden oder Partnern unbedingt in Kontakt zu bleiben. So können Sie  auf mögliche Umsetzungen der Handelsrichtlinien schnell und adäquat reagieren und Teil des neuen Exportrekords zu werden.

Titelbild von Chuttersnap. Weitere Bilder von Kayla Kozlowski und Hanson Lu.

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